Schiefer-Furnier Küche: Pflege & Kosten in der Schweiz

2026-09-25
14 Min. Lesezeit

Natur pur an der Front. Wie hauchdünner, echter Schiefer auf Trägerplatten aufgebracht wird und wie Sie Öle und Fette rückstandsfrei entfernen.

Kurz & Bündig (Expert Insights)

  • Schiefer-Furniere vereinen die Ästhetik von Naturstein mit dem geringen Gewicht moderner Trägerplatten – ideal für filigrane Küchenfronten.
  • Die richtige Imprägnierung und Reinigung sind entscheidend, um die einzigartige Patina des Schiefers zu bewahren und Fettflecken zu vermeiden.
  • Dank hoher Härte und natürlicher Beständigkeit ist Schiefer eine der langlebigsten Fronten für die gehobene Küchenplanung.
  • Die Kombination mit High-End-Geräten wie V-ZUG oder Gaggenau unterstreicht den exklusiven Charakter einer Schieferküche.
  • Eine professionelle Planung nach SIA 102 und SIA 118 stellt sicher, dass das Naturprodukt fachgerecht verbaut und abgenommen wird.
Schiefer-Furnier Küche: Pflege & Kosten in der Schweiz

Schiefer als Küchenfront: Faszinierende Steinfurniere und ihre Pflege im Alltag

Die Küche ist längst nicht mehr nur ein Ort der Nahrungszubereitung. Sie ist ein Statement, ein Raum der Begegnung und der persönlichen Ästhetik. In der Welt des gehobenen Küchenbaus zeichnet sich ein klarer Trend ab: die Rückbesinnung auf authentische, natürliche Materialien. Während Massivholz und Edelstahl seit Jahren etabliert sind, erobert ein uraltes Gestein die Fronten der Extraklasse: Schiefer. Doch nicht als tonnenschwere Steinplatte, sondern als filigranes, hochtechnologisches Steinfurnier. Dieser Beitrag taucht tief in die Welt der Schieferfronten ein, beleuchtet die Herstellung, die physikalischen Eigenschaften und gibt einen unverzichtbaren Leitfaden für die Pflege im anspruchsvollen Küchenalltag.

1. Die Faszination des Steinfurniers: Warum Schiefer?

Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das durch die Umwandlung von Tonstein unter hohem Druck und Temperatur entstanden ist. Diese geologische Vergangenheit verleiht ihm eine einzigartige Schieferung – die Fähigkeit, in dünne, ebene Platten zu spalten. Genau diese Eigenschaft macht ihn zum idealen Kandidaten für ein Furnier. Im Gegensatz zu Granit oder Marmor, die als massive Blöcke verarbeitet werden müssen, lässt sich Schiefer in hauchdünne Schichten von nur 1 bis 3 Millimetern Stärke spalten.

Dieses Naturfurnier wird dann auf einen stabilen Träger – meist eine hochverdichtete Mitteldichte Faserplatte (MDF) oder eine Sperrholzplatte – aufgebracht. Das Ergebnis ist eine Front, die optisch und haptisch nicht von einer massiven Steinplatte zu unterscheiden ist, aber nur einen Bruchteil wiegt. Dies eröffnet völlig neue gestalterische Möglichkeiten: Grossformatige, auskragende Fronten, schwebende Elemente oder filigrane Schubladenfronten werden realisierbar, ohne dass die Statik der Küchenmöbel überfordert wird.

„Ein Schieferfurnier ist der Inbegriff von Silent Luxury. Es ist die leise, aber unübersehbare Botschaft, dass hier mit höchstem Anspruch an Material und Handwerk geplant wurde. Die natürliche Unregelmässigkeit der Oberfläche ist kein Makel, sondern der Beweis für die Authentizität des Steins.“ – Max Küng, Küchenarchitekt und Materialexperte, Zürich.

1.1 Die Ästhetik der Unvollkommenheit

Jede Schieferplatte ist ein Unikat. Die Farbspektren reichen von tiefem Anthrazit über Graphitgrau bis hin zu warmen Braun- und Grüntönen. Charakteristisch sind die feinen, oft metallisch schimmernden Einlagerungen von Pyrit (Katzengold) oder Hämatit. Diese mineralischen Einschlüsse brechen das Licht auf faszinierende Weise und verleihen der Oberfläche eine lebendige Tiefe, die keine lackierte oder folierte Front jemals erreichen kann.

Für den Küchenplaner bedeutet dies: Eine Schieferküche ist nie steril. Sie lebt mit dem Licht, verändert ihren Charakter im Tagesverlauf und wird durch die Jahre der Nutzung eine natürliche Patina entwickeln. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu hochglänzenden Oberflächen, die bereits nach wenigen Jahren mikroskopische Kratzer zeigen und mattieren. Schiefer hingegen wird durch die Nutzung schöner – vorausgesetzt, man pflegt ihn richtig.

2. Technische Tiefe: Von der Gewinnung bis zur Trägerplatte

Die Verarbeitung von Schiefer zu einem Küchenfurnier ist ein hochpräziser, mehrstufiger Prozess, der weit über das einfache Aufkleben einer Steinplatte hinausgeht.

2.1 Die Gewinnung und Spaltung

Die hochwertigsten Schiefervorkommen für den Küchenbau stammen aus Regionen wie Spanien (Galicien), Frankreich (Ardennen) oder Brasilien. In mühsamer Handarbeit oder mit speziellen Spaltmaschinen wird der Rohblock entlang seiner natürlichen Schieferung in dünne Lamellen geteilt. Entscheidend ist hier die Homogenität des Gesteins. Ein minderwertiger Schiefer kann unerwünschte Risse oder Hohlräume aufweisen, die später im Küchenalltag zu Problemen führen.

2.2 Die Trägerplatte: Das stille Rückgrat

Die Wahl der Trägerplatte ist für die Langlebigkeit der Front entscheidend. Hier kommen nur hochwertige, formstabile Platten infrage:

  • Hochdichte Faserplatten (HDF/MDF): Sie bieten eine absolut ebene Oberfläche und sind ideal für lackierte oder furnierte Fronten. Für Schieferfurnier wird eine spezielle, feuchtigkeitsresistente Variante (V100 oder V313 nach EN 622-5) empfohlen, um ein Quellen im Küchenklima zu verhindern.
  • Sperrholz (Multiplex): Besonders bei grossformatigen Fronten oder solchen mit sichtbaren Kanten kommt oft Birken- oder Pappelsperrholz zum Einsatz. Es ist leichter als MDF und bietet eine höhere Biegefestigkeit. Die Kante kann dann entweder mit einem Massivholzrahmen eingefasst oder mit einem farblich abgestimmten Kantenfüller versiegelt werden.

2.3 Der Verklebungsprozess

Die dünne Schieferschicht wird im Vakuumverfahren oder mit speziellen 2K-Epoxidharzklebern auf die Trägerplatte aufgebracht. Diese Klebstoffe sind nicht nur extrem zugfest, sondern auch elastisch genug, um die unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten von Stein und Holz auszugleichen. Ein fehlerhafter Klebeauftrag führt unweigerlich zu Hohlstellen oder im schlimmsten Fall zum Ablösen der Furnierschicht.

2.4 Die Oberflächenvergütung

Anders als oft angenommen, ist roher Schiefer nicht automatisch für die Küche geeignet. Er ist porös und würde Fette und Flüssigkeiten wie ein Schwamm aufsaugen. Daher wird die Oberfläche nach dem Verkleben mit einer speziellen Imprägnierung versehen. Moderne Systeme basieren auf Nanotechnologie oder Silikat-Hybriden. Diese dringen tief in die Poren des Steins ein, ohne einen sichtbaren Film zu hinterlassen. Sie machen die Oberfläche hydrophob (wasserabweisend) und oleophob (fettabweisend), während die natürliche Haptik des Steins vollständig erhalten bleibt.

EigenschaftMassiver Schiefer (3 cm)Schiefer-Furnier (2–3 mm auf Träger)
Gewicht pro m²ca. 75–85 kgca. 15–25 kg
BiegefestigkeitSehr hoch (eigenständig tragend)Abhängig von Trägerplatte (MDF/Sperrholz)
KantenbearbeitungAufwändig, nur mit NassschneiderEinfacher, da Trägerplatte bearbeitet wird
ReparaturfähigkeitSehr schwierig (Stein muss ersetzt werden)Einfacher (Austausch der gesamten Front)
Kosten (Richtwert)CHF 800 – 1'500 / m²CHF 400 – 800 / m²
EinsatzbereichArbeitsplatten, InselnFronten, Verkleidungen, Regale

3. Planung und Normen: Der Weg zur perfekten Schieferküche

Die Integration von Schieferfurnieren in eine Küchenplanung erfordert ein hohes Mass an Fachwissen und die Beachtung relevanter Normen.

3.1 Planungsleistungen nach SIA 102

Die SIA 102 regelt die Leistungen der Architekten und Ingenieure. Auch wenn ein Küchenarchitekt nicht direkt unter diese Norm fällt, ist das Verständnis für die Phasen der Planung essenziell. Für eine Schieferküche bedeutet dies:

  • Vorprojekt (Phase 2): Definition der Materialität, Auswahl des Schiefertyps und der Trägerplatte. Erstellung eines detaillierten Leistungsverzeichnisses.
  • Bauprojekt (Phase 3): Erstellung von Werkplänen mit exakten Massen, Berücksichtigung von Dehnungsfugen (Schiefer hat einen sehr geringen, aber vorhandenen Ausdehnungskoeffizienten) und Festlegung der Befestigungspunkte.
  • Ausschreibung (Phase 4): Präzise Beschreibung der Anforderungen an das Furnier (Stärke, Farbe, Imprägnierung) und die Verarbeitung.
  • Ausführung (Phase 5): Überwachung der Montage, insbesondere der Stossstellen und der Integration von Geräten.

3.2 Abnahme und Mängel nach SIA 118

Die SIA 118 ist das Schweizerische Obligationenrecht für Bauleistungen. Bei der Abnahme einer Schieferküche sind folgende Punkte kritisch zu prüfen:

  • Farb- und Strukturabweichungen: Da es sich um ein Naturprodukt handelt, sind Abweichungen von der Musterplatte zulässig, solange sie im Rahmen der vereinbarten Toleranzen liegen. Ein komplett homogenes Erscheinungsbild ist nicht zu erwarten.
  • Oberflächenqualität: Risse, die tiefer als die vereinbarte Toleranz sind, oder Fehlstellen in der Imprägnierung gelten als Mangel.
  • Stossfugen: Die Fugen zwischen zwei Fronten müssen sauber und gleichmässig sein. Ein Versatz von mehr als 0,5 mm ist in der Regel ein Mangel.
  • Funktion der Beschläge: Das erhöhte Gewicht der Schieferfronten erfordert hochwertige, lastoptimierte Scharniere und Auszüge (z.B. von Blum oder Hettich). Die einwandfreie Funktion muss bei der Abnahme bestätigt werden.

3.3 Schallschutz nach SIA 181

Eine Küche mit Steinfronten kann akustisch eine Herausforderung sein. Der harte Stein reflektiert Schallwellen stärker als Holz oder lackierte Oberflächen. Die SIA 181 (Schallschutz im Hochbau) gibt Grenzwerte für die Trittschall- und Luftschallübertragung vor. In der Praxis bedeutet dies:

  • Dämmung: Die Korpusse müssen mit einer hochwertigen Schalldämmung ausgestattet sein, um die Geräusche der Schubladen und Türen zu dämpfen.
  • Dämpfung: Der Einsatz von Soft-Close-Systemen ist bei Schieferfronten nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch des Schallschutzes. Ein ungedämpftes Zuschlagen einer schweren Schieferfront kann den gesamten Raum beschallen.
  • Raumakustik: Planen Sie gegebenenfalls zusätzliche schallabsorbierende Elemente wie Teppiche, Vorhänge oder Akustikpaneele in den Raum ein, um ein angenehmes Raumklima zu schaffen.

4. Der Alltag mit Schieferfronten: Pflege und Reinigung

Dies ist das Herzstück des Artikels. Die richtige Pflege entscheidet darüber, ob eine Schieferküche über Jahrzehnte hinweg ihre Faszination behält oder ob sie unschöne Flecken und eine stumpfe Oberfläche entwickelt.

4.1 Das Prinzip der Imprägnierung

Die Imprägnierung ist der unsichtbare Schutzschild Ihrer Schieferfront. Sie verhindert, dass Flüssigkeiten und Fette in die Kapillaren des Steins eindringen. Wichtig zu verstehen: Eine Imprägnierung ist keine Versiegelung. Sie bildet keinen Film auf der Oberfläche, sondern wirkt im Stein. Daher bleibt die natürliche, leicht raue Haptik des Schiefers erhalten.

Die Lebensdauer der Imprägnierung hängt von der Nutzung und den verwendeten Reinigungsmitteln ab. Hochwertige Nanoversiegelungen halten bei sachgemässer Pflege 3 bis 5 Jahre. Danach sollte die Imprägnierung erneuert werden. Ein einfacher Test: Spritzen Sie ein paar Tropfen Wasser auf die Front. Perlt das Wasser ab, ist die Imprägnierung intakt. Zieht es ein, ist eine Nachbehandlung fällig.

4.2 Die tägliche Reinigung: Sanft und effektiv

Die tägliche Reinigung von Schieferfronten ist denkbar einfach, erfordert aber die Wahl der richtigen Mittel.

  • Das falsche Mittel: Vermeiden Sie unbedingt aggressive Reiniger, die Säuren (Essig, Zitrone), Laugen oder Scheuermittel enthalten. Diese greifen die Imprägnierung an und können die Oberfläche des Steins ätzen. Auch Glasreiniger sind oft ungeeignet, da sie Rückstände hinterlassen, die den Stein stumpf aussehen lassen.
  • Das richtige Mittel: Verwenden Sie ausschliesslich pH-neutrale Steinseifen oder spezielle Schieferreiniger. Diese sind auf die chemischen Eigenschaften des Gesteins abgestimmt und erhalten die Imprägnierung.
  • Die Technik: Wischen Sie die Fronten mit einem weichen, fusselfreien Mikrofasertuch ab. Dieses sollte nur leicht feucht sein – niemals nass. Trocknen Sie die Fläche anschliessend mit einem zweiten, trockenen Tuch nach, um Wasserflecken zu vermeiden.

4.3 Der Ernstfall: Fett und Öl entfernen

Fettspritzer sind der häufigste Grund für Panik bei Besitzern einer Schieferküche. Keine Sorge: Mit der richtigen Methode lassen sich auch hartnäckige Fettfilme rückstandsfrei entfernen.

  1. Sofortmassnahme: Tupfen Sie frische Fettspritzer sofort mit einem Küchenpapier ab. Nicht reiben, sonst verteilen Sie das Fett nur.
  2. Die Fettlöser-Strategie: Für angetrocknete Fettfilme ist ein spezieller Fettlöser für Naturstein das Mittel der Wahl. Diese Produkte sind alkalisch, aber dennoch steinschonend formuliert. Tragen Sie den Reiniger auf, lassen Sie ihn kurz einwirken (gemäss Herstellerangabe) und wischen Sie ihn mit einem feuchten Tuch ab.
  3. Die Nachbehandlung: Nach der Reinigung mit dem Fettlöser ist es empfehlenswert, die Imprägnierung mit einem speziellen Pflegespray für Naturstein aufzufrischen. Dies stellt sicher, dass der Schutzschild intakt bleibt.

4.4 Kratzer und Stösse: Was tun?

Schiefer ist ein relativ weiches Gestein. Trotz der Härte des Materials können Kratzer durch unsachgemässe Reinigung (z.B. mit Scheuerschwämmen) oder Stösse durch scharfe Gegenstände entstehen. Hier gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen.

  • Vorbeugung: Verwenden Sie Schneidebretter aus Holz oder Kunststoff. Vermeiden Sie es, Töpfe oder Pfannen direkt auf die Fronten zu stellen. Nutzen Sie Untersetzer.
  • Leichte Kratzer: Diese lassen sich oft mit einem speziellen Schiefer-Reparaturset kaschieren. Dieses enthält eine farblich abgestimmte Paste, die in den Kratzer eingerieben wird. Nach dem Aushärten wird die Stelle poliert.
  • Tiefe Kratzer oder Absplitterungen: Bei tiefen Schäden ist der Austausch der betroffenen Front die einzige Lösung. Dank des Furnieraufbaus ist dies jedoch deutlich einfacher und günstiger als bei massivem Stein. Die Kosten für eine einzelne Ersatzfront (inkl. Demontage und Montage) liegen in der Schweiz zwischen CHF 500 und 1'200, abhängig von der Grösse und dem Schiefertyp.

4.5 Die professionelle Nachbehandlung

Wie bereits erwähnt, hält die Imprägnierung 3 bis 5 Jahre. Danach ist eine professionelle Nachbehandlung durch einen Fachbetrieb empfehlenswert. Diese umfasst:

  1. Reinigung: Gründliche Reinigung der Fronten mit einem speziellen Tiefenreiniger, der alte Fett- und Schmutzrückstände entfernt.
  2. Schleifen (optional): Bei stark beanspruchten Fronten kann ein leichtes Anschleifen mit feinstem Schleifpapier (Körnung 2000+) die Oberfläche wiederbeleben.
  3. Neuimprägnierung: Auftragen einer neuen Schicht der Nanoversiegelung. Die Kosten für eine professionelle Nachbehandlung liegen in der Schweiz zwischen CHF 30 und 60 pro Laufmeter Front.

5. Kosten und Wirtschaftlichkeit in der Schweiz

Die Investition in eine Schieferküche ist eine Entscheidung für ein langlebiges und exklusives Produkt. Die Kosten setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen.

5.1 Materialkosten

  • Schiefer-Furnier (Material): CHF 400 – 800 / m² (siehe Tabelle oben). Der Preis variiert stark je nach Herkunft (z.B. spanischer Schiefer ist günstiger als chinesischer oder brasilianischer), Farbe und Struktur.
  • Trägerplatte: Hochwertige MDF- oder Sperrholzplatten kosten ca. CHF 50 – 100 / m².
  • Imprägnierung: Die professionelle Imprägnierung (Material und Auftrag) schlägt mit ca. CHF 30 – 60 / m² zu Buche.

5.2 Verarbeitungskosten

Die Verarbeitung von Schieferfurnieren erfordert spezialisiertes Know-how. Ein Küchenarchitekt oder Schreinermeister in der Schweiz berechnet für die Herstellung und Montage der Fronten in der Regel einen Stundenansatz von CHF 120 – 180. Für eine durchschnittliche Küche mit 15 m² Frontfläche sollten Sie mit Verarbeitungskosten von CHF 3'000 – 6'000 rechnen.

5.3 Gesamtkosten einer Schieferküche

Eine vollständige Küche mit Schieferfurnier-Fronten, inklusive Korpusse, Geräte (z.B. von V-ZUG), Montage und Planung, kostet in der Schweiz je nach Ausstattung und Grösse:

  • Einstiegsklasse: CHF 25'000 – 40'000
  • Mittelklasse: CHF 40'000 – 70'000
  • Luxusklasse: CHF 70'000 – 120'000+

Diese Preise sind Richtwerte und können je nach Komplexität der Planung und den gewählten Geräten stark variieren. Ein detailliertes Angebot erhalten Sie im Rahmen einer persönlichen Beratung.

6. Nachhaltigkeit und Ökobilanz

Schiefer ist ein Naturprodukt, dessen Abbau und Verarbeitung mit einem gewissen ökologischen Fussabdruck verbunden ist. Dennoch bietet das Furnier-Konzept Vorteile:

  • Ressourcenschonung: Im Vergleich zu massivem Stein wird nur ein Bruchteil des Materials abgebaut. Ein 3 mm starkes Furnier benötigt 90% weniger Rohmaterial als eine 3 cm dicke Massivplatte.
  • Transportgewicht: Das geringere Gewicht reduziert die CO2-Emissionen beim Transport.
  • Langlebigkeit: Eine fachgerecht verarbeitete und gepflegte Schieferküche hält mehrere Jahrzehnte. Dies ist ein entscheidender Faktor für eine positive Ökobilanz.
  • Entsorgung: Schiefer ist inert und kann am Ende seiner Lebensdauer problemlos entsorgt oder recycelt werden. Die Trägerplatte (MDF oder Sperrholz) muss jedoch getrennt entsorgt werden.

7. Fazit: Schiefer-Furnier – Die intelligente Wahl für die anspruchsvolle Küche

Schiefer als Küchenfront in Furnierform ist eine der faszinierendsten und zugleich praktikabelsten Lösungen für eine exklusive Küche. Die Kombination aus der einzigartigen Ästhetik des Natursteins, der Leichtigkeit des Furniers und der Langlebigkeit bei richtiger Pflege macht dieses Material zu einer erstklassigen Wahl. Die Investition ist höher als bei herkömmlichen Fronten, aber die Wertigkeit und die emotionale Wirkung sind unübertroffen. Mit der richtigen Planung nach SIA 102 und SIA 181 sowie einer konsequenten Pflege wird Ihre Schieferküche zum zeitlosen Herzstück Ihres Zuhauses.

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Häufige Fragen (FAQ)

1. Kann ich Schieferfronten in einer Küche mit viel Dampf und Hitze (z.B. neben dem Herd) bedenkenlos einsetzen? Ja, absolut. Schiefer ist von Natur aus hitzebeständig und verträgt Temperaturen bis weit über 100°C. Die Kombination mit einer hochwertigen Trägerplatte (z.B. wasserfestes MDF) und einer fachgerechten Verklebung sorgt dafür, dass auch Dampf und Hitze dem Material nichts anhaben. Achten Sie jedoch darauf, dass die Imprägnierung intakt ist, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

2. Wie erkenne ich, ob die Imprägnierung meiner Schieferfront erneuert werden muss? Der einfachste Test ist der Wassertropfen-Test: Geben Sie ein paar Tropfen Wasser auf die Front. Perlen sie ab und bleiben als runde Tropfen stehen, ist die Imprägnierung noch intakt. Zieht das Wasser innerhalb von 10–15 Sekunden ein oder hinterlässt es einen dunklen Fleck, ist eine Nachimprägnierung fällig. Dies ist in der Regel alle 3 bis 5 Jahre der Fall.

3. Sind Schieferfronten empfindlicher als Massivstein-Arbeitsplatten? Nein, im Gegenteil. Während eine massive Schiefer-Arbeitsplatte sehr schwer ist und bei unsachgemässer Handhabung brechen kann, sind Furnierfronten durch die Trägerplatte stabiler und weniger anfällig für Risse. Zudem sind sie bei Beschädigungen einfacher und günstiger zu ersetzen. Die Pflege ist identisch: Beide benötigen eine regelmässige Imprägnierung und die Reinigung mit pH-neutralen Mitteln.

4. Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich eine einzelne Schieferfront ersetzen muss? Die Kosten für den Austausch einer einzelnen Front (inkl. Demontage der alten, Anfertigung der neuen und Montage) liegen in der Schweiz zwischen CHF 500 und 1'200. Der genaue Preis hängt von der Grösse der Front, der Komplexität des Zuschnitts (z.B. Aussparungen für Griffe) und dem gewählten Schiefertyp ab. Dank des Furnieraufbaus ist dies deutlich günstiger als der Austausch einer massiven Steinplatte.

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