Definition
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Umluft vs. Abluft

Umluft oder Abluft? Die Entscheidung beim Dunstabzug hängt stark von der Architektur und den Minergie-Standards des Hauses ab.

Technische Visualisierung: Umluft vs. Abluft
SKP-LEX // UMLUFT_ABLUFTVERIFIZIERTE DEFINITION

Umluft oder Abluft: Was ist besser?

Beim Kauf einer Dunstabzugshaube oder eines Bora / Kochfeldabzugs stellt sich die grundlegende Frage der Betriebsart: Soll die Luft nach draussen befördert werden (Abluft) oder gereinigt in den Raum zurückgeführt werden (Umluft)?

Beide Systeme haben spezifische Vor- und Nachteile in der Schweizer Küchenarchitektur.

Das Abluft-System

Beim Abluftsystem saugt der Abzug den Kochdunst an, filtert das Fett über Metallfilter heraus und bläst die verbleibende Luft (mitsamt Gerüchen und Feuchtigkeit) über ein Rohrsystem durch die Hausfassade oder das Dach ins Freie.

  • Vorteile: Keine Folgekosten für Aktivkohlefilter. Feuchtigkeit wird komplett aus dem Raum abtransportiert (weniger Schimmelgefahr beim Kochen). Es ist die effizienteste Methode gegen Gerüche.
  • Nachteile: Im Winter wird teuer beheizte Raumluft nach draussen geblasen. Es entsteht ein Unterdruck, der durch Frischluftzufuhr (offenes Fenster oder Zuluft-Mauerkasten) ausgeglichen werden muss.
  • Achtung: In modernen, luftdichten Schweizer Minergie-Häusern mit kontrollierter Wohnraumlüftung (KWL) ist ein herkömmliches Abluftsystem meist verboten, da es die Hauslüftung aus dem Gleichgewicht bringt.

Das Umluft-System

Beim Umluftsystem wird der Kochdunst ebenfalls durch einen Fettfilter geführt. Danach passiert die Luft jedoch zwingend einen leistungsstarken Aktivkohlefilter (oder Plasmafilter), der die Geruchsmoleküle bindet. Die saubere Luft wird dann zurück in den Raum geblasen.

  • Vorteile: Kein Wärmeverlust im Winter (energieeffizient). Keine Kernbohrungen durch die Fassade nötig. Ideal für Minergie-Standards und Kochinseln, bei denen eine Rohrführung schwierig wäre.
  • Nachteile: Die Aktivkohlefilter müssen regelmässig (je nach Modell alle 6 bis 12 Monate) ersetzt oder im Backofen regeneriert werden, was Folgekosten verursacht. Die Feuchtigkeit (Wasserdampf) bleibt im Raum; man muss also nach dem Kochen stosslüften.

Vorschriften & Rechtliches in der Schweiz

Wer in der Schweiz baut oder renoviert, stösst oft auf die Information, dass Abluftsysteme "verboten" seien. Ganz so pauschal ist es nicht, aber die Anforderungen sind hoch:

  • Minergie-Standard: In zertifizierten Minergie-Häusern ist eine konventionelle Ablufthaube aufgrund der kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL) problematisch. Ein unkontrollierter Luftabzug würde die Energiebilanz und die Druckverhältnisse im Haus stören. Hier wird fast ausnahmslos auf Umluft gesetzt.
  • Brandschutz & SIA 180: Der Brandschutz schreibt vor, wie Abluftleitungen durch Wände und Dächer geführt werden müssen. Zudem muss laut SIA 180 sichergestellt sein, dass kein gefährlicher Unterdruck entsteht, wenn gleichzeitig ein Cheminée oder ein Holzofen betrieben wird.
  • Unterdruck-Wächter: Falls Sie dennoch ein Abluftsystem in einem dichten Haus wünschen, ist oft ein Fensterkontaktschalter oder ein Unterdruck-Wächter zwingend vorgeschrieben. Der Abzug startet dann nur, wenn ein Fenster einen Spalt offen ist.

Fazit für die Schweizer Küche

Während früher Abluft als das Mass aller Dinge galt, hat sich Umluft dank revolutionärer Filtertechnologien (wie regenerierbaren Keramikfiltern oder wartungsfreien Plasmamark-Filtern) als der neue Standard im Schweizer Wohnungsbau etabliert – besonders aus energetischen Gründen. Wer maximale Freiheit bei der Küchenplanung (z.B. bei Kochinseln) wünscht, fährt mit modernen Umluftsystemen heute oft besser.

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